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Flußraumgestaltung im Stadtbereich

Aus der Sicht der Landschaftsplanung werden zwei Hauptziele bei der Flussraumgestaltung der Pinka im Stadtbereich von Pinkafeld verfolgt...

Ziele

Aus der Sicht der Landschaftsplanung werden zwei Hauptziele bei der Flussraumgestaltung der Pinka im Stadtbereich von Pinkafeld verfolgt:

1. Verbesserung der Bedingungen für die Erholungs- und Freizeitnutzung

2. Verbesserung der ökologischen Funktionsfähigkeit des Gewässers

Die auf die Freizeit- und Erholungsnutzung ausgerichteten Maßnahmen beinhalten sowohl die Verbesserung der Zugänglichkeit zur Pinka, die Einrichtung z.B. von Spielmöglichkeiten (Zugang zum Wasser) bzw. die Einbindung des Flussraumes in das städtische Geschehen als auch die Anhebung der optischen Qualität, konkret die Erhöhung der Erlebnisvielfalt. Die Pinka soll zu einem positiv erlebbaren, markanten Strukturelement im Stadtgebiet werden und nicht wie bisher lediglich der gefahrlosen Abfuhr von Hochwässern dienen.

Die Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerökologie zielen auf die Erhöhung der flusstypspezifischen Strukturvielfalt der Wasser und- Landlebensräume ab. Dabei wird versucht, mit Initialmaßnahmen die Entwicklung verschiedenster Lebensräume (Kolk – Furt Sequenzen, Prall- und Gleitufer, Kiesbänke, Inseln etc.) einzuleiten und dann der – auf das bestehende Abflussprofil beschränkten Gewässerdynamik - zu überlassen.

[Lageplan...] [Profil...]

Maßnahmen

Vergrößerung des Gewässerquerschnittes
Die vorhanden Böschungen der Doppeltrapezprofile werden auf das notwendige Maß zurückgenommen. Dadurch wird „Spielraum“ für die Eigendynamik der Pinka gewonnen. Die gestaltende Kraft kleinerer Hochwässer soll das Gewässerbett im Mittelwasserbereich unterstützt durch lokale Lenkungsmaßnahmen formen. Ziel ist eine möglichst differenzierte Linienführung bei Mittelwasser mit Prall- und Gleithängen und die Bildung der flusstypischen Schotterbänke und Schotterinseln.


Erholungs- und Freizeitnutzung

Für die Erholungs- und Freizeitnutzung stellen - neben den gleichzeitig positiven Effekten der Flachufer und Inseln für die Zugänglichkeit, Erlebnisvielfalt und Bespielbarkeit - der Uferweg und Uferpfad am rechten Ufer und der „Naturspielplatz“ am linken Ufer im Bereich der Fußgängerbrücke wichtige Nutzungselemente dar. Die Wege sind mit einer wassergebundenen Decke ausgestattet, die sich in Bereichen mit geringer Nutzungsintensität nach einiger Zeit wieder von selbst begrünen werden.

• Der Uferweg ermöglicht eine attraktive und sichere Erschließung des Flussraumes entweder zu Fuß oder per Fahrrad und verbindet die westlich gelegenen Siedlungsbereiche mit dem Stadtzentrum.

• Der Uferpfad bietet eine attraktive, weitgehend barrierefreie Verbindung vom Stadtzentrum zu den Erholungsgebieten im südlichen Stadtumland.

• Der Spielplatz wird mit einer großen Sandmulde und einem Wasserspielplatz mit Brunnen ausgestattet. Der Aushub wird für die Modellierung eines Spiel-Hügels verwendet. Ebenso sind ein Weidenwigwam und ein Weidentunnel als Erlebniselemente vorgesehen. Dazu werden ausschlagfähige Weidenstangen und Weidenruten verwendet, die nach einiger Zeit „lebende Bauwerke“ darstellen. Die Errichtung kann z.B. im Zuge eines Schulprojektes erfolgen. Lokal eingepflanzte Weidengehölze im Spielplatzbereich sorgen für nachwachsendes Spielmaterial.  

Ein wesentliches Kriterium für die Verbesserung der optischen und ökologischen Qualität des Flussraumes stellen die Bepflanzungsmaßnahmen dar.
Die Erholungsfunktion wird maßgeblich durch die attraktive Einbindung des Gewässerraumes in den benachbarten Siedlungsraum und weiters durch das Offenhalten von Sichtachsen und Sichtbeziehungen zum Gewässer bestimmt. Auf eine durchgehende Bepflanzung („Grünmauer“)wird demzufolge verzichtet.
Im unmittelbarem Abflussbereich werden – auch aus Gründen des Hochwasserschutzes - hauptsächlich Weiden verwendet. Sie sind widerstandsfähig, gleichzeitig aber elastisch und besitzen ein hohes „Ausschlagsvermögen“. Auf den oberen Böschungsbereichen werden einheimische Sträucher  gepflanzt. Auf der Böschungsschulter erfolgt eine unregelmäßige Durchmischung von Baum- und Strauchpflanzungen.



Fotomontage
vorher - nachher